Märchenzauber in der Franziskusschule
Ein Hauch von Magie lag am Nachmittag des 16. März über der Franziskusschule in Schöninghsdorf. Wo sonst gelernt und gespielt wird, verwandelte sich der „Marktplatz“ der Schule in einen Ort voller Geschichten, Fantasie – und leiser Gänsehautmomente.
Zu Gast war die Märchenerzählerin Anita Jacobi, die sich seit mehr als zehn Jahren ehrenamtlich dem Erzählen widmet. Mit ihrer ruhigen, eindringlichen Stimme nimmt sie Menschen jeden Alters mit auf Reisen in ferne Welten – ob Kinder, Erwachsene, Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit Beeinträchtigung. An diesem besonderen Tag gehörten ihre Geschichten den Kindern der Gemeinde Twist.

Mit viel Liebe zum Detail hatte Schulleiterin Verena Bentlage den Raum vorbereitet: Kissen, Decken und Matten luden zum Verweilen ein. Gut 40 Kinder kuschelten sich in die weiche Landschaft, während auch Eltern und Begleitpersonen erwartungsvoll Platz nahmen. Schnell wurde es still – jene gespannte Stille, die nur entsteht, wenn eine Geschichte beginnt.
Und diese Geschichten hatten es in sich. Wie in vielen alten Märchen schimmerte neben Zauber und Wunder auch eine gewisse Dunkelheit durch die Erzählungen. Es waren Geschichten, die nicht nur von Mut und Hoffnung handelten, sondern auch von Gefahren, Prüfungen und manchmal einem Hauch Grausamkeit – genau jene Mischung, die Märchen seit jeher so fesselnd macht. Die Kinder lauschten gebannt, erschrocken und fasziniert zugleich und ließen sich ganz auf die fremden Welten ein.
Am Ende jedoch wurde die Spannung aufgelöst – mit einem Augenzwinkern und einem „Happy End“. Das letzte Märchen handelte von einem Kloß, der sich mit aller Kraft dagegen wehrte, gefressen zu werden. Und dann geschah das, womit wohl niemand gerechnet hatte: Aus ihrer Märchentruhe zauberte Anita Jacobi kleine „Quarkinis“ hervor. Die Überraschung war groß – und plötzlich durften die Kinder selbst das Märchen „zu Ende essen“. Ein süßer Abschluss, der die zuvor erzählten, teils schaurigen Geschichten in ein warmes Licht tauchte.
Auch Bürgermeisterin Lübbers ließ es sich nicht nehmen, der Erzählerin zu danken. Sie würdigte das langjährige ehrenamtliche Engagement mit einer Spende, die Anita Jacobi ihrerseits an ein Kinderhospiz Löwenherz weiterreicht – ein stilles Zeichen dafür, dass Geschichten nicht nur unterhalten, sondern auch verbinden und Gutes bewirken können.
Am Ende dieses besonderen Nachmittags verließen die Kinder mit leuchtenden Augen die Schule, draußen bereits von ihren Eltern erwartet. Sie nahmen nicht nur die Erinnerung an spannende und manchmal auch ein wenig unheimliche Geschichten mit nach Hause, sondern vor allem das Gefühl, Teil eines kleinen Zaubers gewesen zu sein. Ein Erlebnis, das noch lange nachklingen dürfte – bei Groß und Klein.
